Festakt mit technischen Innovationen

Am Freitag, 30. Januar 2026, 17:00 Uhr, feiert die Hochschule für Musik Würzburg die Einweihung der Hyper-Orgel nach Bauphase II mit zahlreichen Wort- und Musikbeiträgen. Dabei präsentiere ich technische Innovationen sowie ein weltweit einzigartiges Musikformat, bei dem erstmals zwei über das Internet verbundene Organisten an externen Spieltischen außerhalb des Saals gemeinsam die Hyper-Orgel spielen. Eintritt frei!

Zu den Innovationen der Professur Orgelkunst, Kreativitätskonzepte, Künstliche Intelligenz gehören neue Möglichkeiten des Interagierens mit dem Instrument Orgel in berührungsloser Form über ein selbst entwickeltes, vom Theremin inspiriertes Gerät namens ThereOrgue. Zwei Ultraschallsensoren messen die Entfernung der beiden Hände, die Distanz wird auf Töne auf den unterschiedlichen Klaviaturen oder auf die Schwelltritte am Instrument abgebildet. Letztere erlauben die Regulierung der Dynamik des dritten und vierten Manuals oder der Windzufuhr.

Ein weiteres Novum ist das Orgelspiel von Spieltischen an unterschiedlichen Orten. In Kooperation mit der Augustinerkirche wird die Hyper-Orgel von Hans-Bernhard Ruß am Spieltisch der Augustinerkirche und zeitgleich von mir am neuen experimentellen Spieltisch – welcher bei diesem Anlass ebenfalls erstmals zum Einsatz kommt – in der Hochschule für Musik gespielt. Beide Musiker sind dabei nicht vor Ort im Konzertsaal und nutzen unterschiedliche Spieltische, die nicht für dieses spezifische Instrument konzipiert wurden. Möglich wird dies durch eigens dafür entwickelte Software, die die digitalen Steuersignale der Spieltische intelligent filtert, umwandelt, sammelt und in geeigneter Form an die Hyper-Orgel weiterleitet. Eine weltweite Neuheit ist dieses Format auch deshalb, weil es über Internet eine für Organisten intuitive Schnittstelle mit voller Registrierbarkeit des Instruments über Touch an ihrem eigenen Spieltisch bereitstellt, während sie die Orgel mittels Audio-Streaming über Kopfhörer hören.

Neues wird auch auf klanglicher Ebene präsentiert. Zum einen lässt sich über die oben genannte Software für das Internet-basierte Orgelspiel auch ein akustisches, aber digital spielbares Yamaha Disklavier einbinden, das jedem Manual oder Pedal wie ein reguläres Orgelregister zugewiesen werden kann. Zum anderen werden exemplarisch durch Synthesizer oder Sampling einzelner Register und digitale Signalverarbeitung die Grenzen von Orgelpfeifen und der Akustik vor Ort auf elektronischem Weg aufgehoben.

Vor und nach dem Festakt sind die Besucherinnen und Besucher eingeladen sich interaktive Exponate der technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) im Foyer anzusehen und diese auszuprobieren. Mit einer Virtual-Reality-Brille lässt sich das auf mehrere Räume und Stockwerke verteilte Innere der Orgel mit einer Vielzahl von Pfeifenformen und Mechanik erkunden. Des weiteren lassen sich kurze Musikstücke auf Basis von Mozarts musikalischem Würfelspiel aus Fragmenten zusammenstellen, welche von einer virtuellen Orgel vorgespielt werden. Die Auswahl der Fragmente treffen die Besucher dabei durch Gestik selbst.

Zur offiziellen Ankündigung der Veranstaltung geht es hier. Herzliche Einladung, Eintritt frei!

Weitere Informationen zu digitalen Innovationen finden sich auch auf https://hfm-wuerzburg.de/ki.

Veranstalter: Hochschule für Musik Würzburg