QUINTADYNA

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Im Juni hatte ich gemeinsam mit Tjark Pinne die Gelegenheit, mit dem neuen Instrument QUINTADYNA zu arbeiten. Die mobile Windlade verfügt über Linearventile, die ein sehr expressives, manuelles und digitales Orgelspiel ermöglichen. Ein erster Praxistest inklusive Videos.

Im Rahmen der „organ in situ“ Woche im Orgelpark Amsterdam stand die neue QUINTADYNA Windlade von Dr. Jürgen Scriba zur Verfügung. Die QUINTADYNA ist das erste Instrument, das seine neuen Linearventile in Form einer mobilen Windlade nutzt, basierend auf einem einzigen Register: der Quintadena.

Die Windlade verfügt neben den Linearventilen, welche die Windmenge für jede Pfeife individuell regulieren (Einzeltonsteuerung) auch über eine Motordrossel, über die der Winddruck der gesamten Windlade reguliert werden kann. Durch die Kombination beider Elemente lässt sich das Instrument sehr dynamisch und expressiv spielen. Ein großer und stufenloser Dynamikumfang wird möglich – vom unhörbar Leisen bis ins Laute. Dabei tritt auch die Klangcharakteristik des Registers zu Tage: bei geringerem Winddruck dominiert ein eher „flötiger“ Klang, bei zunehmendem Winddruck gehen die Pfeifen in ihren typischen, „quintigen“ Klang über, den sie durch den hinzukommenden, prägnanten Oberton erhalten.

Manuelles Spiel über eine Klaviatur mit Espressivo-Elektronik.
Digitale Steuerung der Linearventile.

Die QUINTADYNA kann sowohl manuell über eine Klaviatur mit Espressivo-System als auch digital via MIDI gespielt werden. Die Kommunikation zwischen Klaviatur und Windladenmodul basiert auf ipMIDI, was das digitale Spiel sehr vereinfacht: es müssen lediglich die vom Windladenmodul erwarteten MIDI-Nachrichten (die auch die Espressivo-Klaviatur generiert) in das Netzwerk eingespeist werden.

Das manuelle Spiel der QUINTADYNA über eine Klaviatur erfordert Übung, da die Tastenreise (die Position der Taste auf dem Weg nach unten) die Öffnung des Linearventils und damit die Windzufuhr der betreffenden Pfeife bestimmt. Mit der Anschlagdynamik eines Klaviers ist das Spiel deshalb nicht vergleichbar. Am ehesten vergleichbar ist das Spielgefühl mit dem von MPE-Klaviaturen aus der elektronischen Musikproduktion, bei denen der Tastendruck beispielsweise klangliche Parameter von Synthesizern beeinflusst.

Der folgende Videomitschnitt aus dem Abschlusskonzert der „organ in situ“ Woche vermittelt einen ersten Eindruck der manuellen und digitalen Spielmöglichkeiten des Instruments:

Neben Tjark Pinne und mir arbeitete auch Esther-Ruth Teel mit der QUINTADYNA. Einen kurzen Eindruck von ihrem Beitrag gibt es hier zu hören und zu sehen.